Aktuelles

Pressenotiz 14.11.22

Meta-Forschung – Empfehlungen von PartNet zu mehr aktiver Beteiligung von Bürger:innen in der Gesundheitsforschung

Das Netzwerk Partizipative Gesundheitsforschung – PartNet plädiert für mehr Forschung über partizipative Forschungsansätze. In Abstimmung mit 18 anderen Initiativen setzt das Netzwerk damit ein Signal für mehr aktive Beteiligung von Bürger:innen in der Forschung

Die Forderung nach mehr Beteiligung in Projekten der Gesundheits- und Versorgungsforschung, ob einzeln oder kollektiv bspw. mit und durch Selbstvertretungsorganisation oder Beiräten mit Expert:innen aus Erfahrung, wird zunehmend stärker. Andererseits wird gleichermaßen die Landschaft der geförderten Vorhaben vielfältig und z.T. als sehr unübersichtlich wahrgenommen. Trotz der Formulierung von Beteiligungsstrategien und geeignete Rahmenbedingungen für die Förderung von Partizipativer Forschung fehlt jedoch eine deutschlandweite Übersicht darüber, wie derzeit Beteiligung in Vorhaben der Gesundheitsforschung konkret umgesetzt wird, welche Methoden und Ansätze dafür Verwendung finden und welche sich für eine aktive, wirksame Beteiligung eignen. Es mangelt an projekt-übergreifenden Qualitätsstandards und -kriterien zur Initiierung, Umsetzung, Evaluation sowie zur Orientierung und Förderung von Beteiligung an der Gesundheits- und Versorgungsforschung.

Um Partizipative Ansätze im deutschen Wissenschaftssystem – von der Gesundheits- und Versorgungsforschung, über Public Health bis hin zur Forschung zu Primärprävention und Gesundheitsförderung – umfänglich und mit hoher Qualität zu verankern, bedarf es also einer stärkeren konzeptionellen Verständigung und methodischen Fundierung. Dies sollte in Form von Metaforschung erfolgen (Metaforschung = die Forschung über die Forschung).

Mit dem Ziel mehr Metaforschung diesbezüglich anzuregen, hat sich unter Federführung von PartNet in den letzten Monaten ein breites Bündnis von beteiligenden Organisationen und Netzwerken zusammengetan. In einem partizipativen Prozess wurden von einem Redaktionsteam konkrete Empfehlungen zur Meta-Forschung ausformuliert, von 18 weiteren Partnern mitunterzeichnet und an die Entscheidungsträger in der Forschungsförderung sowie die Bundespolitik gesendet. Durch die vorgeschlagene Meta-Forschung sollen neue Erkenntnisse zu den Themen Qualität und Wirkungen von Beteiligung in der Gesundheitsforschung generiert werden. Die Empfehlungen zur Meta-Forschung nehmen Bezug auf Forschungsthemen und Forschungsformate. Darüber hinaus geben sie Hinweise auf Rahmenbedingungen für Meta-Forschung (z.B. bezüglich Mittelvergabe, Zusammensetzung der Forschungsteams). Ein gemeinsames Begriffsverständnis wird durch ein dem Dokument angehangenen Glossar gewährleistet. PartNet und die unterzeichnenden Partner haben zudem ihre Offenheit für die Vertiefung weiterer Diskussionen mit den Entscheidungsträgern signalisiert.

Tätigkeitsbegleitende Weiterbildung
„Partizipative Gesundheitsforschung (PGF)“

Die Weiterbildung „Partizipative Gesundheitsforschung (PGF)“ dient der systematischen
Kompetenzentwicklung mit dem PGF-Ansatz. Sie richtet sich an drei Adressat:innengruppen: (1) Praktiker:innen (z.B. Pflegekräfte, Therapeuten), (2) Patient:innenvertretende (z.B. Selbsthilfegruppen), und (3) Forschenden im Gesundheitssystem. Parallel zur Kompetenz- und Wissensvermittlung werden Teilnehmende zur Konzipierung, Durchführung, kritischen Reflektion und Ergebnisdarstellung von PGF-Projekten befähigt.

Ende August 2022 schloss die erste Kohorte diese Weiterbildung an der Uniklinik Köln mit einem Zertifikat in PGF ab. Von den Teilnehmenden konnten acht PGF-Projekte im Bereich Versorgungsforschung und Gesundheitssystementwicklung erfolgreich umgesetzt werden.

„Ich bin sehr beeindruckt, wie mit dem PGF-Ansatz trotz der kurzen Zeit der Weiterbildung praxisrelevante Ergebnisse erzielt wurden. Hier zeigt sich, wie bedeutend es ist, dass Personen mit vielen verschiedenen Perspektiven an einem Strang ziehen.“ (Teilnehmender)

Die nächste Weiterbildung startet am 24. Februar 2023. Sie wird in einem flexiblen, adressat:innenfreundlichen Format angeboten (Kombination aus Präsenz und Online). Für Patient:innenvertretenden wird eine Kostenreduktion von 25% ermöglicht. Mehr Informationen erhalten Sie hier und bei der Kursleitung (theresia.krieger(ät)uk-koeln.de). Hier können Sie sich verbindlich anmelden Uniklinik Köln.

Diskussion des Praxispartner*innen Begriffs im Workshop Dezember 2020

„Praxispartner*innen“, „Forschungspartner*innen“ oder „Perspektivengruppen“ sind nur einige Begriffe, die von Wissenschaftler*innen für diejenigen Menschen verwendet werden, mit denen sie partizipativ forschen. Darunter finden sich Vertretende verschiedener Gruppen, um die und deren Lebens- und
Arbeitsfelder es in partizipativen Forschungsprojekten geht.

Am 20.09.2019 begann im PartNet-Work-shop eine Auseinandersetzung mit dem Begriff „Praxispartner_innen“ unter dem Motto: „Praxispartner*innen – Konkretisierung eines „naiven“ Begriffs“. Ziel des Workshops war es, von
einer womöglich naiv erscheinenden „Einheitskategorie“ zu konkreten
Begriffsbestimmungen zu kommen. Im Anschluss hat eine Arbeitsgruppe weiter an dem Thema gearbeitet.

Erste Ergebnisse werden im Workshop im Dezember zur Diskussion gestellt. Darauf aufbauend soll möglicherweise eine PartNet-Publikation entstehen. Der Workshop im Dezember findet am 11.12 von 13.00-16.00 Uhr online beim webex-Zugang von PartNet bei der KHSB statt.

Ein Open Access-Sammelband zur Partizipativen Gesundheitsforschung ist erschienen

Methoden: Der Sammelband „Partizipative Forschung. Ein Forschungsansatz für Gesundheit und seine Methoden) (Hrsg. Hartung/Wihofszky/Wright) umfasst verschiedene Beiträge zur Partizipativen Gesundheitsforschung: z.B. zur Reflektion der PGF als Forschungsansatz sowie die Diskussion von Methoden (z.B. Photovoice, Community Mapping, Fokusgruppen) anhand empirischer Beispielstudien. Open Access. https://doi.org/10.1007/978-3-658-30361-7

Die PartGroup-Dissertationsgruppe ruft zum Austausch auf

In der eigenen Dissertation partizipativ zu forschen ist mit einer ganzen
Reihe von besonderen Herausforderungen verknüpft. Gerade deshalb kann es bereichernd sein, sich mit anderen Promovierenden darüber auszutauschen. Oftmals besteht für partizipativ forschende Doktorand*innen an ihrer Heimathochschule aber genau dazu keine Gelegenheit.

Deshalb wurde eine webbasierte Unterstützungs-möglichkeit gegründet, die ortsunabhängig als feste Online-Arbeitsgruppe einen intensiven Austausch ermöglicht: die PartGroup. Alle 2-3 Wochen finden virtuelle Treffen statt zur Diskussion von Fragen und Problemen, die in den partizipativen Dissertationsvorhaben entstehen.

Ein Wunsch für die Zukunft wäre es, die PartGroup zu einer Art partizipativen Kolloquium auszubauen, in dem Mitglieder von Partnet mit ihrem Erfahrungsschatz gezielt an Treffen teilnehmen und mit den Promovierenden diskutieren!

Bei Interesse bitte gerne per E-Mail an:
Marilena v. Köppen, mvkoeppen@gmail.com.

Mehr Transparenz bei PartNet

Eines der Ziele für die kommende Arbeitsperiode ist, ein Konzept für die Reorganisation und Restrukturierung des Netzwerks und des Sprecher*innenkreises zu entwickeln und breit zu diskutieren. Es soll ein Rahmen geschaffen werden, um: (1)  das Netzwerk stärker aktivieren, (2) Entscheidungen transparenter zu treffen, und (3) die Netzwerkmitglieder besser einzubeziehen. Beim September-Netzwerktreffen 2020 wurde ein Kommunikationskonzept mit Ideen für die künftige Zusammenarbeit im Netzwerk vorgestellt und diskutiert.

NEUIGKEITEN

TERMINE

Nächste Weiterbildung „Partizipative Gesundheitsforschung“ 24.02.2023

mehr erfahren

09. Dezember. 2022

PartNet Workshop (13-16 Uhr)

(Un-)möglichkeiten partizipativen Zusammenarbeitens im Rahmen von klinischen Studien und Designs der Versorgungsforschung – Potentiale einer Prozessevaluation

mehr unter Workshops / Einladung

Vielen Dank für den Upload.